Am 20. Mai 2015 verzaubern die Ehrlich Brothers die Besucher der EWS Arena. In einem Exklusivinterview hat Chris „aus dem Zauberkästchen geplaudert“:

Zauberer, Magier, Illusionist – ist das alles dasselbe und als was bezeichnet Ihr Euch?

Wir würden uns zuerst als Illusionisten bezeichnen. Eine Illusion ist in unserem Verständnis eine aufwendige Showillusion, die auf der Bühne stattfindet. Wir sind keine Gedankenleser und sind auch nicht die Zauberer, die auf einem Kindergeburtstag irgendwelche Tücher bunt zaubern. Bei uns spielt auch sehr viel Entertainment in die Show mit rein, wir sind daher schwer auf einen Begriff zu reduzieren.

Was hat Euch dazu inspiriert mit der Zauberei anzufangen und habt Ihr dann auch mit den typischen klischeebehafteten Zaubertricks wie „Hase aus dem Hut“ oder „Jungfrauen zersägen“ begonnen?

Wir haben schon mit kleinen Tricks angefangen, wobei die Klassiker, wie zersägte Frau und Hase aus dem Hut, uns nie besonders beeindruckt oder angesprochen haben, sodass wir auch bei den Jugendmeisterschaften schon die Klassiker der Zauberkunst parodiert und aufs Korn genommen haben. Ich erinnere mich da an einen brennenden Hasen, den wir aus einem Zylinder haben erscheinen lassen. Angefangen hat alles mit einem Zauberkasten, den Andreas sich zu Weihnachten gewünscht hatte. Er war von Anfang an Feuer und Flamme für die Magie, sodass er immer dabei geblieben ist. Ich bin später hinzu gekommen, als ich etwa 15 Jahre alt war. Ausschließlich gemeinsame Sachen haben wir dann gemacht, als wir beide nach dem Abi und Zivildienst mit beiden Beinen im Leben standen und uns gesagt haben, dass wir die Zauberkunst nun in die Mitte unseres Lebens stellen und uns voll und ganz auf die Magie konzentrieren müssen.

Und gab es dann einen bestimmten Trick, der Euch zum großen Durchbruch verholfen hat?

Der große Durchbruch ist wenn dann nur durch eine langjährige Kontinuität entstanden. Also es gibt nicht den einen Trick, der die Ehrlich Brothers berühmt gemacht hätte. Wir haben über Jahre hinweg sehr viele eigene Illusionen gebaut, wie zum Beispiel Bahnschienen zu verbiegen, aus einem kleinen Kern eine ganze Pflanze wachsen lassen, mit dem Motorrad aus dem iPad fahren. Ich denke die Ansammlung dieser Illusionen und die konstant guten Shows, zumindest was man so in den Kritiken liest, haben dazu geführt, dass wir unseren Tourabschluss in dieser wunderschönen Arena in Göppingen machen werden.

Seid Ihr eigentlich nur die umsetzende Kraft oder entwickelt Ihr Eure Illusionen selber?

Wir würden uns als Architekten des gesamten Showkonstrukts bezeichnen. Wir haben selbst viele Ideen, gehen mit den Ingenieuren in die Zauberhalle, um erste Prototypen auszuarbeiten, wir „feintunen“ die Ideen und bringen uns auch sehr viel bei dem Thema Regie, Ton, Licht, Technik und Inszenierung mit ein. Wir haben zwar ein sehr großes Team, es sind über 40 Mann, die in Göppingen aufschlagen werden, um die Show umzusetzen, aber wir mögen es einfach bei einer Illusion ganzheitlich mitzuwirken. Sei es auch das Bürotechnische, das Begleitprogramm, einfach alles was die Menschen im Rahmen unserer Show erleben. Wir sind also nicht nur die Ideengeber oder nur die Aufführer und kaufen uns irgendwelche Tricks von irgendwoher, sondern uns ist es wichtig, dass da wirklich alles stimmt und unsere Handschrift trägt.

David Copperfield wollte schon Illusionen von Euch erwerben – wieso habt Ihr sie nicht verkauft?

Mit der Entscheidung haben wir uns nicht leicht getan. Es war natürlich ein toller Ritterschlag, als Copperfield anrief, um zu sagen „Die zwei Sachen, die fänd ich auch gut in meinem Programm“, zumal es ja nicht so viele Weltstars der Zauberkunst gibt. Neben Copperfield gibt es noch Sigfried und Roy und dann wird’s dünn. Das heißt wenn dann so jemand wie Copperfield anruft, dann überlegt man sich das zwei Mal bevor man ihm einen Korb gibt. Wir haben uns aber letztendlich gegen den Verkauf entschieden, weil wir und unsere Familie zu dem Entschluss gekommen sind, dass wir einfach so lange an diesen Illusionen gearbeitet haben, zum Teil drei Jahre an einer Illusion, dass wir das wirklich selbst aufführen müssen, wenn wir so gut sind, dass Copperfield sie auch haben möchte. Das war auch rückwirkend gesehen einfach der richtige Schritt. Bis dahin sind wir eher nur auf Firmenfesten oder Jubiläen aufgetreten. Das Interesse an den Illusionen hat unserem Selbstbewusstsein so einen Schub gegeben zu sagen „Nee, dann ist das doch vielleicht was für die große Bühne, lass uns damit mal auf Tournee gehen“. Wobei auch dieser Schritt sehr schwer war. Als wir beschlossen haben auf Deutschland-Tour zu gehen, haben wir erst einmal keine Veranstalter gefunden, die an unsere noch unbekannte Show geglaubt haben. Das hat dazu geführt, dass wir sie selbst veranstalten mussten; das heißt, dass wir alle Hallen, alle Trucks und die Technik selbst gemietet haben. Wir waren also komplett auf uns allein gestellt, haben diese Herausforderung gemeistert und können nun im Mai unser Tourfinale mit den Göppinger Fans feiern.

Wie läuft die Tour bisher?

Sehr gut. Es gibt auch viele, die ein drittes Mal zur Show kommen, weil sie einfach von diesem Zauber der Magie begeistert sind. Unser größter Fan hat mittlerweile 58 Shows hinter sich und wird auch beim Tourabschluss in Göppingen dabei sein. Die Show wird sehr gut angenommen und verzaubert die Menschen nach wie vor.

Verzaubert Ihr auch prominente Fans mit Euren Illusionen?

Wir hatten erst eine Fernsehproduktion mit Horst Lichter zusammen, der das ganz toll fand, was wir gemacht haben und demnächst auch mal vorbeischauen möchte. Auch der Gitarrist von Rammstein war jüngst bei uns in der Show, weil wir zum Teil eine sehr intensive Nutzung von Pyrotechnik haben, bei welcher die Rammstein-Musik gut passt und eingespielt wird. Da schauen Promis immer mal wieder gerne selber vorbei und lassen sich verzaubern, weil es sowas in der Größenordnung eigentlich nur in Las Vegas gibt und es für viele die einzige Möglichkeit ist eine Zauberproduktion im großen Rahmen zu erleben. Es ist eben doch noch mal etwas anders als bei Comedy oder Musik, bei dem man das konsumiert, was man aus dem Fernsehen oder dem Radio kennt. Eine Zaubershow muss man einfach live gesehen haben, um wirklich mit allen Sinnen verzaubert zu werden; dieses Gefühl kann kein Fernseher übertragen.

Jetzt hast Du gerade Las Vegas schon angesprochen: Zieht es Euch auch dort hin?

Es gibt Angebote in Las Vegas auch für längere Zeit aufzutreten, aber wir fühlen uns sehr glücklich hier in Deutschland und Europa auf Tour zu sein. Wir sagen immer, dass Las Vegas noch ein wenig warten kann, weil Las Vegas, natürlich aus unserer jungen Sicht, ein etwas starres, gleichbleibendes Gebilde ist. Du stehst jeden Tag in demselben Theater, mit denselben Bedingungen, schläfst jeden Tag im selben Hotel; Monotonie ist für einen Künstler eher etwas Kontraproduktives. Wir lieben das Rock n Roll-Leben, jeden Tag in einer neuen Stadt aufzuwachen, jeden Tag in einer neuen Halle, einer neuen Arena, die Menschen natürlich auch ein wenig kennenzulernen und am Tourende dann endlich in Göppingen zu sein. Das ist für uns einfach das Reizvollere im Vergleich zu einem gutbezahlten Engagement in Las Vegas. Aber wir sagen niemals nie. Was in ein, zwei Jahren ist, wissen wir einfach noch nicht, aber zur Zeit ist uns einfach eher der Sinn danach, nach der Show in den Nightliner zu steigen, morgens in einer neuen Stadt aufzuwachen und auf Achse zu sein.

Wenn Ihr dann nicht auf Achse seid, seid Ihr dann trotzdem die ganze Zeit am Zaubern und Tricksen oder schaltet Ihr dann auch mal ab?

Wir verbringen unsere freie Zeit überwiegend damit neue Illusionen zu entwickeln. Das machen wir zum Teil auch während der Tour, aber die Entwicklung neuer Illusionen erfordert unser volles Engagement und die uneingeschränkte Aufmerksamkeit unsererseits, was während der Tour eben schwieriger ist als bei einer längeren Offdays-Phase. Manche Illusionen brauchen für ihre Entwicklung und Konstruktion mehrere Jahre, andere nur ein paar Monate, da nutzen wir die freie Zeit um intensiv in die Gedankenwelt der Illusion einzutauchen und kreativ zu sein. Das Schöne ist natürlich: Wir haben unser Hobby zum Beruf gemacht. Wir gehen nicht morgens ins Büro, stempeln unsere Karte ab und hoffen auf Arbeitsende. Es ist ein Lebensgefühl zu sagen, dass es unsere Berufung ist Menschen zu verzaubern, ihnen einen wunderschönen Abend zu bereiten, Erwachsene zu Kindern werden zu lassen. Das ist einfach eine schöne Motivation.

Manche Tricks sehen recht riskant aus, da ist doch sicherlich schon der ein oder andere Fauxpas passiert!?

Ja, das ist so (lacht). Beim jüngsten Fauxpas haben meine Haare auf der Bühne angefangen zu brennen, weil wir den Schuh einer Frau in einen Feuerball verwandeln haben, der meine Haare erwischt hat. Die haben dann nicht nur gekokelt sondern richtig gebrannt, das blenden wir sogar als Videobeweis auf der Tour ein. Oder in Osnabrück haben wir zum Beispiel auf unserer letzten Tour die Wasser-Sprinkleranlage ausgelöst, weil ein Pyroeffekt zu sehr geraucht hat. Da waren 50 Menschen in einer Region komplett nass. Es gibt einfach Fauxpas, die passieren.

Ihr verwandelt ja auch Geldscheine in größere Geldbeträge…

…au ja, das werden wir auch in Göppingen wieder machen. Ich kann nur alle Göppinger dazu aufrufen: Wenn ich frage wer einen Geldschein hat, zückt ihn, gebt ihn mir und es wird mehr daraus. Aber wo wir auch eben bei Fauxpas waren: Manchmal geht das aber auch schief, der Geldbetrag wird kleiner, das ist dann der Griechenland-Trick (lacht).

Jetzt hast Du es schon öfter angesprochen: Tourfinale in Göppingen. Dürfen sich die Besucher auf Besonderheiten freuen oder setzt ihr auf das altbewährte gleiche Programm?

Also immer das Gleiche ist es sowieso nicht, weil wir immer sehr viele Zuschauer auf die Bühne holen, unterscheidet sich grundsätzlich jede Show von der am nächsten Tag. Obwohl es keine Improvisationsshow ist, sind doch jeden Tag andere Facetten in dieser Show. Was den Tourabschluss angeht, ist das natürlich für uns und die gesamte Crew immer ein besonderer Termin. Bei der Derniére bereitet die Crew immer einige Späßchen oder Mini-Illusionen vor, die definitiv nicht mit uns abgesprochen sind und wir nicht wissen was passiert, bis etwas anders läuft als geplant. Das hat unsere Crew bisher auch auf jeder Tour knallhart durchgezogen; das sind auch immer sehr witzige Momente. Deswegen kann ich garantieren, dass das Tourfinale in Göppingen auf jeden Fall eine etwas andere Show werden wird.

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